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Darmpolypen bei Rauchern viel häufiger

Darmpolypen bei Rauchern viel häufiger

Metaanalyse berechnet doppelt so hohes Risiko

Darmpolypen (sogenannte "kolorektale Adenome") werden als Vorstufe von so gut wie allen bösartigen Darmtumoren angesehen. Sie sind der Grund, warum Früherkennungsuntersuchungen wie die virtuelle Koloskopie nötig sind.

Wie aber entstehen Darmpolypen? Magen-Darm-Spezialisten haben schon länger Nikotinabusus als einen möglichen Auslöser im Verdacht, zeigten doch über vierzig Studien aus den letzten zwei Jahrzehnten eine Assoziation zwischen Zigarettenrauchen und der Häufigkeit von in Darmspiegelungen entdeckten Polypen.

Eine in der Fachzeitschrift "Gastroenterology" (2008; 134:388-395) umfassende statistische Auswertung dieser Studien ergab nun beeindruckende - und bedrückende - Zahlen: So steigt das Risiko für Darmpolypen alle zehn sogenannte "Packungsjahre" (= zehn Jahre lang eine Packung Zigaretten pro Tag) um 13% an, so dass im Durchschnitt das Risiko bei Rauchern um den Faktor 2,14 höher liegt als bei Nichtrauchern, also über doppelt so hoch!

Bei ehemaligen Rauchern ist dabei das Polypen-Risiko durchschnittlich immer noch knapp 50% höher als bei Menschen, die noch nie zum Glimmstengel gegriffen haben. Aufgrund der hohen Verbreitung des Zigarettenrauchens bedeutet das, dass ca. 20 bis 25 Prozent aller Darmpolypen auf das Rauchen zurückzuführen sein dürften!

Noch beunruhigender werden diese Zahlen aufgrund der Tatsache, dass vor allem sogenannte Hochrisiko-Adenome, die besonders schnell zu Darmkrebs entarten können, bei Rauchern und Ex-Rauchern gehäuft auftreten.

Die veröffentlichten Zahlen erscheinen derart aussagekräftig, dass unter den Gastroenterologen bereits die Frage diskutiert wird, ob man nicht Raucher bereits deutlich früher als andere Menschen zur Darmspiegelung schicken sollte.

Weitere Links dazu im Internet: